911 SC Cabrio mit 993er Cupfelgen

Porsche 911 SC

(05.04.2004)

Im Modelljahr (Mj) 1977 (= ab Herbst 1976) löste der 911SC die Modelle 911S und 911 Carrera 3.0 ab. Die Buchstaben SC sind daher die Abkürzungen der beiden Modellbezeichnungen Super und Carrera.

Der 911 SC hat eine ab Mj 1976 bei allen Porsche Modellen serienmäßig feuerverzinkte Karosserie, für die es 7 Jahre Garantie gab. Später gab es sogar 10 Jahre Garantie gegen Durchrostung. Vom Carrera 3.0 wurde die gegenüber den normalen 911er verbreitete Karosserie übernommen. Der Motor hatte bei gleichen Hubraum (3 Liter) hatte allerdings 10% weniger Leistung (180PS), die allerdings bereits bei 5500 U/Min zur Verfügung standen. Das kostete 10 km/h Endgeschwindigkeit (nur noch 225Km/h). Der Spurt von 0 auf 100 km/h war innerhalb von 7 Sekunden möglich.

Für den amerikanischen und japanischen Markt wurde der Motor mit einer Sekundär-Lufteinblasung (ZLP) ausgestattet, um verschärften Abgasvorschriften zu entsprechen. Diese Pumpe wurde zur rationellen Motorenfertigung auch bei den übrigen Fahrzeugen (auch Europa) verwendet. Vielen 911SC Fahrer bauten diese Pumpe allerdings wieder aus, um die Leistung geringfügig zu steigern (ca. 3 PS).
Einige Fahrer vertreten sogar den Standpunkt, das die ZLP den Auslassventilen schadet, weil die ZLPmit zusätzlich angeblasener und damit noch mehr erhitzter Abgasluft die Auslassventile erhitzen soll. (siehe auch FAQ-Datenbank : "Motor : Zusatzluftpumpe/Sekundärluftpumpe beim 911 SC")Im deutschen Fahrzeugschein steht (sofern es vor 1988 nachgetragen wurde) wegen der ZLP *bedingt schadstoffarm c*.Mit dem Eintrag darf der 911 SC sogar bei Smog-Alarm gefahren werden.

Beim 911SC kam erstmals ein Fünfganggetriebe zum Einsatz (Typ 915), das beim 911SC - Nachfolgemodell Carrera 3.2 erst ab Modelljahr 1987 gegen das G50-Getriebe ausgetauscht wurde. Wahlweise konnte weiterhin die Dreigang - Sportomatic (eine Art Automatikgetriebe) für knapp 1200 DM geordert werde. Diese Option entfiel erst Anfang der 80er Jahre.

Zunächst entfielen auch die Carrera - Ausstattungsmerkmale Heizungs - Automatik und die elektrischen Fensterheber, die durch die spätere Modellpflege wieder verwendet wurden (1979 bzw. 1980). Das übrige Cockpit entsprach dem Carrera 3.0 (z.B. die Zentralbelüftung neben den 5 *Uhren* / Instrumenten sowie das Drehrad an den Türen, so daß der 911er nicht mehr per Draht von außen geöffnet werden konnte ... Details, die der 911 2.7 nicht hatte). Ab Mj 1979 gab es Kurzflorteppiche. 1979 mußte zum letzten Mal ein Aufpreis für *schwarzmatte Chrom- und Eloxialteile* : 370 DM (Coupé) bzw. 525 DM (Targa; wegen des Mehraufwands beim Targabügel). Ab Mj 1980 gab es das auf dieser Seite gezeigte lederne Dreispeichenlenkrad mit 380mm Durchmesser sowie eine neu gestaltete Mittelkonsole. Erstmals gab es gegen Aufpreis eine Alarmanlage, die über einen Schlüsselschalter in der Fahrertürwand scharf geschaltet wurde (295 DM; sehr umständliche Handhabung). Sie verfügte erst später über ein optisches Signal.

Die Bremsen wurden ebenfalls vom 911 Carrera 3.0 übernommen. Dazu zählt auch der Bremskraftverstärker, der die Pedalkraft im Vergleich zum 911 2.7 halbierte. AB 1979 gab es eine neue Festsattelbremsanlage.

Die Motorisierung wurde im Modelljahr 1980 durch eine geringfügig erhöhte Verdichtung (von 8.5 auf 8.6:1) sowie eine Verbesserung am Zündsystem von 180 auf 188 PS erhöht. Die Fahrleistungen änderten sich allerdings nicht nennenswert. Durch die Verkürzung des 5. Gangs konnte neben eines niedrigeren Innengeräuschs auch der Verbrauch etwas gesenkt werden. Das Öl wurde ab sofort durch einen neuen Röhrenölkühler im vorderen Radkasten auf der Beifahrerseite gekühlt. Zum Modelljahr 1981 wurde die Verdichtung weiter erhöht : 9.8:1 ! Die Steuerzeiten wurden durch schwärfere Nockenwellen geändert, die Abstimmung der Zünd- und Einspritzanlage (weiterhin die mechanische K-Jetronic) und die Brennräume wurden optimiert. Die Zylinderköpfe blieben gleich, allerdings wurden die Kolben neu konstruiert und sorgten für eine optimierte Verbrennung mit mehr Leistung und weniger Verbrauch (204 PS bei 5900/min, 11 - 12 Liter / 100km). Der Drehmomentzuwachs auf 267 fand eher auf dem Papier statt. Die Beschleunigung erfolgte jetzt gleichmäßiger, insbesondere die Durchzugskraft ab 2000/min wurde besser. Der richtige *Punch* setzte erst ab 3000/min ein, Leistung satt gab erst allerdings erst ab 4500 Umdrehungen / Minute.

Vom Carrera 3.0 wurden auch die 6 bzw. 7J15 Druckguß - Felgen von ATS im Sterndesign übernommen. Schmiedefelgen / Fuchsfelgen kosteten knapp 2000 DM Aufpreis, die unter die schmalen 911 2.7 - Karosserie keinen Platz gefunden hätten. Ab Mj 1981 gab es erstmals Seitenblinker (im oberen Drittel der vorderen Kotflügel; siehe Cabrio - Photos), Nebelscheinwerfer gab es vorne gegen Aufpreis und die Nebelschlußleuchte war Serie. Es ab Modelljahr wurde die Nebelschleuchte in die Abschlußblende hinter den Refelktor eingebaut (erst MJ 1987), sondern unterhalb des Stoßfängers direkt neben dem Endschalldämpfer (siehe Seite Carrera 3.2, Photos vom Modelljahr 1986). Das gezeigte Cabrio wurde in Bezug auf Reflektor und Nebelschlußleuchte auf Mj. 1987 umgebaut.

Ab Modelljahr 1982 gab es die Scheinwerferwaschanlage serienmäßig, die Dachlast wurde von 25 auf 75 kg erhöht. Porsche bot spezielle Dachtransportsysteme an. Für weitere 2500 DM konnte ein am Turbo orientierter Spoileraufsatz geordert werden, dessen "Kragen" wegen fehlenden Ladeluftkühler weniger voluminös ausfiel.

Das Modelljahr 1983 wurde durch eine neue 911er Variante beherscht : Erstmals gab es einen offenen 911er ohne Targabügel ... das erste Porsche 911 Cabrio. Zum 911 Produktionsbeginn 1964 wurde diese Variante noch ausgeschlossen, weil in den USA (den weiterhin wichtigsten Porsche - Markt neben Deutschland) ein neues Gesetz befürchtet wurde, daß allerdings nie beschlossen wurde. Ein Gesetz, daß nur noch *Sicherheitscabrios* mit breiten Überrollbügel erlaubte, das zum Kompromiss Targa führte. Das erste Cabrio wurde auf der IAA 1981 als 911 SC mit Turboverbreiterung, Turbomotor und Allradantrieb (!) gezeigt. Im wesentlichen war das spätere Cabrio ein Targa mit abschnittenen Bügel plus aufgesetzten Verdeck. Die eigentliche Entwicklungsarbeit war daher die Verdeckentwicklung. Geänderte wurden 2 Bleche im Bereich der Verdeckanlenkung und Gurtbefestigung. Die Besonderheit des Verdecks war die Verstärkungen aus Blech, die in ca. 50% des Stoffes integiert wurde. Diese Spriegeln sorgten zusammen mit der selbstnachspannenden Verdeckspannung durch federbelastete Stahlseile für einen flatterfreien und sicheren Sitz auch bei hohen Geschwindigkeit bei niedrigen Geräuchpegel. Das Cabrio war durch die Konstruktion ca. 15kg leichter als der Targa. Der Reißverschluß im Verdeck (herunterklappbare Heckscheibe) führte wie schon beim ersten Targa (mit herausnehmbarer Heckscheibe als Kunststoff, ebenfalls bei Reißverschluß) auch bei geschlossenen Verdeck für Frischluft. Das elektrische Verdeck ("Hollywood Version") gab es erst ab Modelljahr 1986. Eine weitere Besonderheit des ersten Cabrios war die beschränkte Farbauswahl : weiß, rot und silbermetallic, jeweils mit schwarzen Verdeck.

Der Preis lag urspünglich bei 39.900 DM (Carrera 3.0 : 47.700 DM) für das Coupé, der Targa kostete 2800 DM mehr. 1981 lagen die Preise bereits bei 53.600 DM bzw. 56.700 DM. Zur Mehrausstattung zählte 1982 z.B. Ganzlederausstatung 3290 DM, Metallic - Lackierung 1190 DM, 16" Fuchsfelgen (205/225er Bereifung) 2690 DM (*Achtung : Schneeketten können nicht aufgezogen werden !*), Diebstahlsicherung für Räder 95 DM, Klimaanlage 2990 DM, elektisches Schiebedach 1825 DM und der Beifahreraußenspiegel (konvex, elektrisch verstell- und beheizbar) für 250 DM. Den Motordeckel OHNE Modellbezeichnung gab es nur für zusätzliche 120 DM.

Die wichtigsten technischen Daten :
  • Baujahr : 1977 - 1983
  • Hubraum : 2993 ccm
  • PS bei U/Min : 180 / 5500 (Mj 1980 : 188 / 5500; ab Mj 1981 : 204 / 5900)
  • Gewicht :
    1160 kg (ab Mj 1981 : 1180 kg)
    (Targa : +30kg)
    (Sportomatic : +15kg)
    (Cabrio : 1200kg)



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