Porsche Sportfahrschule

(19.04.2004)

Am 20. September 2000 habe ich erstmals am Basistraining der Porsche Sportfahrschule auf dem Nürburgring (GrandPrix-Strecke) teilgenommen.

Allgemeine Informationen zum Training :

Der Schwerpunkt des Trainings bildet das Erlernen des richtigen Verhaltens in Extremsitutionen und NICHT das Erzielen der maximalen Geschwindigkeit auf der Rennstrecke.

Anmeldung zum Training :

Die Nachfrage nach den Lehrgängen ist sehr, sehr groß ! Daher muß man sich bereits vor dem Drucken der Ausschreibungsunterlagen bereits angemeldet haben, um noch einen Platz zu bekommen. Die Ausschreibungsunterlagen erscheinen jeweils im März/April des jeweiligen Jahres. Mehr Infos unter www.porsche.com oder gleich bei Frau Schäffner : 0711 / 911 - 8315 (Fax : 911-8430). Der Preis für den eintägigen Basislehrgang auf dem Nürburgring beträgt 700 DM !!!

Folgende Fahrübungen fanden statt :
  • richtiges Reagieren bei über- bzw. untersteuerndem Fahrverhalten (Heliport)
  • doppelte Kurvenkombination; richtiges Anbremsen und Einlenken auf der Start- und Zielgeraden, Castrol-S und Ford-Kurve
  • Ideallinie und Bremsen in der Dunlopkurve (hier besteht die Testmöglichkeit eines neuen Porsche)
  • Slalom mit Porsche Buggy (ein 993 Tiptronic ohne Karosserie !)
  • Handlingübung (doppelter Fahrspurwechsel) in der Bit-und Hatzenbachkurve (hier besteht die Testmöglichkeit eines neuen Porsche)
  • richtiges Kurvenfahren mit enger werdendem Kurvenradius in der Veedol-Schikane und Römerkurve
Meine subjektiven Eindrücke :

Der Porsche Club Köln hatte mehrere Fahrzeuge gemeldet, darunter mein (damaliges) Porsche 911 SC Cabrio. Um 8 Uhr trafen wir uns alle im Dorint Hotel, direkt an der Start/Ziel-Gerade am Nürburgring. Das Wetter ... zur Erinnerung, der Lehrgang fand am 20. September (=Sommer) statt ... das Wetter war zunächst nebelig mit leichten Nieselregen. Bei der ersten Einführungsrunde über die GrandPrix-Strecke habe ich daher fast NICHTS gesehen ! Der Nebel verschwand sehr schnell und es langsam heller. Der Regen hörte im Laufe des Tages mal kurz auf. Am späten Nachmittag beim freien Fahren regnete es dann aber in Strömen = NULL Sicht ! Ich möchte daher nicht meine Rundenzeiten wissen *versinkvorschamimboden* :-)
Es waren insgesamt 6 Gruppen jeweils ca. 10 Fahrzeugen auf der Strecke unterwegs. Jede Gruppe übte jeweils in einer der 6 Sektionen abwechselt. Der Schwerpunkt der Übungen war jeweils das richtige Bremsen (besser einmal kräftigst auf die Bremse treten als "stundenlang" sanft bremsen), das richtige Einlenken in Kurven sowie das Beherschen des Untersteuern des Wagens beim schnellen Herausbeschleunigen aus der Kurve. Interessant ist das Verhältnis der PS zur Bremsleistung des Wagens. Vorgeschrieben ist, da ß die Bremsleistung eines Wagen 1.4fach über der Motorisierung liegen mu ß. In Deutschland haben die Hersteller im Durchschnitt den Wert 1.7, bei Porsche liegt der Wert bei 3 !!! Ein 996 mit 300 PS hat also die Bremsleistung vom knapp 1000 PS !!!
Eins hat mich allerdings sehr gewundert : die extreme Neigung meines alten Porsche 911 SC zum Untersteuern ! In jeder Zeitung werden "alte" Elfer als Heckschleuder bezeichnet wegen der Neigung zum Übersteuern. Da ich im Alltag zwar gerne schnell, aber nicht am Limit fahre, freute ich mich auf die Gelegenheit zum Erlernen des Driftens auf einer abgesperrten Rennstrecke. Eine Übung fand auf dem Hubschrauberlandeplatz vom Nürburgring statt, natürlich im strömenden Regen. Jeder Teilnehmer sollte im Kreis fahren und das Verhalten seines Wagens in dieser Situation lernen. Stichworte : vorsichtig zusätzlich Gas geben und dabei den Lenkeinschlag unverändert lassen --> Untersteuern, Kurvenradius wird automatisch immer grö ß er. Dann wieder langsam Geschwindigkeit reduzieren ---> Untersteuern, Kurvenradius wird kleiner, dann Untersteuern mit korrigierenden Lenkeinschlag ... und schlie ß lich : ruckartig brutal Gas geben beim Kreisfahren ---> Übersteuern ... ähm ... zumindest theoretisch. Wie gesagt.... strömender Regen, Wasser auf dem Asphalt. Teilnehmerfahrzeuge : ein 911 SC (mein Cabrio), ein Carrera 3.2, ein 964 C2, mehrere 964 Carrera RS, ein 996 C2, zwei 930'er und zwei 996 GT3. Und ... wieviele sind gedriftet ? Ganz genau ... unter normalen Umständen keiner, erst nach weiteren Aufforderungen der Instruktoren doch mal von jetzt auf gleich richtig brutal Gas zu geben, kam das Heck fast jedes Elfers (Ausnahmen: 996 C2 sowie jeder C4 - egal ob 964, 993 oder 996). Für mich war die Erkenntnis sehr neu, daß jeder "neuere" Elfer (auch mein 911 SC Bj. 80) auf das Untersteuern ausgelegt ist. Wieso vor diesen Hintergrund weiterhin die Legende von der Heckschleuder aufrecht erhalten wird, ist mir daher rätselhaft. Nochmal zum mitschreiben : dieses Phämomen ist weder auf meine "Fahrkünste" noch die Fahrkünste der anderen Teilnehmer zurückzuführen, sondern liegt ausschlie ß ich an der Auslegung des Elfers, wie uns die Instruktoren erklärten. Daher würde ich jeden Elfer-Fahrer empfehlen einfach mal ein Fahrsicherheitstraining (egal ob bei der Porsche Sportfahrschule, ADAC, ....) zu fahren, um selber dieses Phänomen kennenzulernen.

Zum organisatorischen Rahmen der Veranstaltung :

Ich war rundum zufrieden, habe wirklich keinen Grund zur Klage *unglaublich* :-) Alles war bis ins Detail durchorganisiert und lief ohne Probleme ab. Unsere Instruktoren war sehr geduldig und erklärten alles wissenswerte zu den Übungen.

Zu unseren "Verlusten" :

Ein Teilnehmer unserer Gruppe hatte auf der regennassen Fahrbahn vor der ersten Schikane hinter der Start/Ziellinie zu spät gebremst und rutsche ins Kiesbett. Ein anderer kam beim freien Fahren mit zu hoher Geschwindigkeit von der Strecke ab, konnte abgesehen vom eingerissenen vorderen Stoßfänger aber weiterfahren.

Fazit :

Jeden Porsche-Fahrer kann ich sehr empfehlen auf einer abgesperrten Rennstrecke die Grenzbereiche seines Porsche kennenzulernen ! Die Porsche Sportfahrschule ist natürlich sehr teuer, aber für einen Tag puren Fahrspaß mit anderen Porsche-Fahrern und dabei seine Sicherheit im Autoalltag zu schulen, lohnt sich der hohe Preis. Leider habe ich keine Photos gemacht. In der Boxengasse 6 Gruppen zu jeweils ca. 10 Porsche zu sehen (fast ausschließlich 911'er, vom 911 SC bis zum 996 GT3), wäre ein schönes Motiv von vielen gewesen.



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