Hockenheimring 2004 : Boxengasse

Fahrsicherheitstraining auf dem Hockenheimring

(25.05.2004)

In den mehr als 50 Jahren seit Clubbestehen entstanden im Porsche Club Köln mehrere Traditionen ... dazu zählen auch Fahrsicherheitstrainings, um seinen Porsche nicht nur schnell, sondern auch wirklich sicher bewegen zu können.


Hockenheimring - Impressionen aus der Boxengasse

Unter den zahlreichen Anbietern dieser Trainings befindet sich auch die Sisyphus GmbH, auf deren Gelände nahe des Nürburgrings bereits einige PCK Trainings stattfanden. In diesen Jahr wurde am "Vatertag" (20.05.2004) für die Clubmitglieder ein besonderes Angebot ausgearbeitet : ein Exklusivtraining auf dem Heckheimring mit zahlreichen Extras ... wie Formel Sisyphus (er)fahren sowie Kartfahren. Die Mitfahrgelegenheim im Renntaxi sowie das Traning im Rettungssimulator rundeten das Event ab.

Treffpunkt war das Best Western Hotel, direkt am Hockenheimring. Nach einer ersten Einweisung in die Angebote des nächsten Tages und dem Austeilen des Rennanzüge wurde - in alter PCK-Tradition - erst einmal ein mehrgängiges Menü eingenommen, direkt auf der Terasse des Hotel, die direkt an der Start/Zielgeraden gegenüber der Boxengasse liegt. Der Abend bot erste Gelegenheiten die zahlreiche Teilnehmer (25 Autos) kennenzulernen, zu denen auch die Kunden vom Porsche Zentrum Köln, Bonn und Aachen zählten. Im Starterfeld waren daher fast ausschließlich 996er (speziell Carrera 4S und GT3 plus ein GT3 RS) und Boxster zu finden.

Wegen eines technischen Defekts mußte zunächst einmal eine der gebildeten Gruppen aufgelöst werden. Aus Gruppen zu je 6 Fahrzeugen wurden so 8 Fahrzeuge pro Gruppe, die in den einzelnen Sektionen fahren konnten. Daher mußte "leider" die Verweildauer in den einzelnen Sektionen verlängert werden ... zu ärgerlich, daß mein Training gleich in der Sektion "Formel Sisyphus" begann und daher weitere 15 Minuten am Steuer möglich wurden *g* Der "nur" 160 PS starken, allerdings nur weniger als 600kg leichte Wagen vermittelte puren Fahrspaß. Zu den Highlights zählen "Wie kletter ich in den Wagen rein - und wie komme ich jemals wieder heraus ?", die richtige Dosierung der Rennkupplung - ohne den Wagen abzuwürgen, die sehr kurz übersetze Kupplung und diese unglaubliche Straßenlage. Fahren ohne elektonischen Helfer war für die meisten Teilnehmer eine Premiere. Die Sitz-, besser Liegepositon, auf Schaumstoffmatten verschaffte einen Eindruck über die Sichtverhältnisse, unter den M. Schumacher in seinen ca. 900 PS starken Formel 1 - Wagen arbeiten darf. Nein, im Rückspiegel sieht man wirklich nichts. Nach der Einweisung in die wesentlichen Technik - Grundlagen kletterten die ersten 4 Teilnehmer ins Auto, konnten mit externer Startbatterie starten und dem Instruktor folgen. Nach ersten Einführungsrunden über den "kleinen Hockenheimkurs" folgten erste schnellere Runden. Jeden Teilnehmer wurde in den Runden sehr schnell klar, welche Funktion die Randsteine haben und wie sich das Überfahren bei zügiger Kurvenfahrt anfühlt. Im nackten Rennwagen rappelt und vibrierte wirklich alles. Die Konstruktion ermöglicht Kurvengeschwindigkeiten, die viel höher als im Straßen-PKW waren. Nach mehr als einer Stunde stand der erste Sektionswechsel an. Es standen 4 Autos zum eigenen Fahren zur Verfügung.

Die nächste Sektion war das erfahren der Strecke im eigenen PKW. Die Strecke war ja bereits bekannt. Zusätzlich waren 3 Runden Grand-Prix-Strecke möglich. Aus Sicherheitsgründen durften diese Grand-Prix-Strecken Runden nur gemütlich gefahren werden - alle anderen später mit Vollgas. Der kleine Hockenheim - Kurs macht allerdings mehr Spaß, da es hier viel mehr Kurvenkombinationen gibt und der Anteil vom Vollgas nicht so hoch ist. Fahrspaß definiere ich durch rasante Kurvenfahrten mit richtigen Anbremsen vorher und Herausbeschnleinigen ab Kurvenscheitelpunkt nachher. Wie schon zuvor in den Formelfahrzeugen waren alle Teilnehmer sehr diszipliniert unterwegs. Schnelligkeit, Fahrspaß und Sicherheit schließen einander wirklich nicht aus. Auch hier wurden nach 2 Runden jeweils die Positionen untereinander getauscht, damit jeder mal direkt hinter dem Instruktor fahren konnte : Wichtig für das Erlernen der Ideallinie und Voraussetzung, um vom Instruktor Tipps für den eigenen Fahrstil zu bekommen & und das Abstellen der eigenen Fehler zu ermöglichen. Gefahren wurde in zwei Untergruppen zu je 4 Autos.

Kartfahren war der nächste Programmpunkt. Ein kleiner Kurs am Rande der Grand-Prix-Strecke vermittelte die Dynamik der kleinen Karts (kleiner Motor, Sitz plus Pedale ... aus mehr besteht ein Kart ja nicht) sehr anschaulich. Das Drifts im Kart Spaß machen, aber keine wirkliche Zeitvorteile bringen, mußten einige Teilnehmer im zweiten Teil im Kampf gegen die Stopuhr feststellen. Eine Erkenntnis, die jeder Fahrer bereits vom Fahren im eigenen Auto auf der Rennstrecke kennt.

Das Mittagessen im Hotel verschaffte den Teilnehmern eine einstündige Verschnaufpause. Im folgenden zweiten Abschnitt sollten alle Sektionen nochmals besucht werden. Dieses Mal ging es um hohe Geschwingkeiten, z.T. gegen die Stopuhr.

Nach dem Eintreffen des Rettungssimulators konnten kleinere Gruppen von je 6 Personen gebildet werden. Im Formel - Fahrzeug wurde der Wissensstand der vorherigen Runden weiter ausgebaut. Noch mehr Ideallinie traininieren, mit jeder Runde schneller werden. Unter diesen Umständen immer richtig das Kupplungspedal zu treffen, daß bis zum Anschlag (*lautesklack*) durchgetreten werden mußte, um schalten zu können, wurde schwieriger als zuvor. Auch im eigenen PKW wurden die Runden immer schneller. Mit jeder Runde ging es weiter über die Randsteine, um noch schneller durch die Kurven zu kommen. Das anschließende Kartfahren zeigte die Dominanz der trainierten Fahrer, deren Zeiten nicht annähernd erreichbar waren.

Im Renntaxi wurden den Teilnehmern einzeln gezeigt, welche Geschwindigkeiten problemlos noch "im grünen Bereich" fahrbar sind. Der Seat Leon Cupra R war im Renntrimm mit "großem Motor", sequentiellen Getriebe, Käfig, anderen Fahrwerk, Slinks, Rennauspuff und fast keinen Dämmaterial bereitete auch den Zuschauern sehr viel Vergnügen. Ja, hier stimmte der Sound. Wegen eines technischen Defekts mußten einige Teilnehmer später leider mit der Straßenversion (150 PS - TDI) zufrieden sein. In diesen Wagen konnte der Instruktor u.a. die ESP - Wirkung demonstrieren (eine Runde ein-, eine Runde ausgeschaltet). Wie im Fronttriebler ohne großen Lenkeinschlag fast nur mit dem Gaspedal gelenkt werden kann, sollte jeder Teilnehmer später mal in einen Aufbaukurs selber trainieren können. Die 150 PS des Wagens waren allerdings dank des Könnens der Instruktors viel schneller als meine eigenen 207 PS unterwegs.

Der Rettungssimulator sah nicht spektakulär aus ... ein normaler Golf 4, der eine durch den Wagen gezogene Stahlstange hatte, mit denen er auf einen Metallgestell befestigt war. Mit kleinen Elektromotoren war es möglich, den Wagen \"auf den Kopf\" zu stellen. Diese Kopflage war die Basis, um verschiedene Möglichkeiten der Autoinsassenrettung zu zeigen. In der Unfallsituation selbst ist speziell für den verunfallten Fahrer die Kombination aus Schock und Panik zu groß, um selber eine gute Lösung für die eigene Rettung zu finden. Das Abrufen von trainierten Verhaltensmustern ist hier eine gute Basis, um sich selbst keine weiteren Verletzungen zuzuführen.

Die insgesamt 9 Stunden auf der Rennstrecke sind daher uneingeschränkt zu empfehlen : für jeden, der sein eigenes Auto mal kennenlernen möchte (ja, ein Elfer schiebt ab Werk wirklich sehr deutlich über die Vorderachse - ja, auch ein altes G-Modell) - für alle, die mal aus Schumis Perspektive mal Gas geben wollen (und mehr als nur 10 Minuten selber fahren wollen) - sowie für alle, die das richtige Verhalten trainieren wollen, wenn die Kurve "nicht ganz gepaßt hat" und im Extremfall nach dem Verlust des Wagens das Erwachen in der down-under-Situation erfolgt.

Das Team nimmt sich viel Zeit für die einzelnen Teilnehmer, erklärt die Zusammenhänge vorbildlich und ist übrigens auch sehr sympathisch :-)

Mehr Infos zum Team und die Möglichkeiten der individuellen Paketzusammenstellung unter http://www.sisyphus-gmbh.de .



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